Zink gegen Schnupfen

Zinkhistidin 

Zink gegen Schnupfen

Studien haben eine signifikant verkürzte Infektsionsdauer durch die Einnahme von Zink festgestellt. Zink gegen Schnupfen – natürliches Zink, Dosierung und mehr.

Zink bei Erkältung

Zink gehört zu den lebenswichtigen Spurenelementen, die unser Organismus nicht selber bilden kann. Eine ausreichende Aufnahme von Zink ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt aufgrund der aktuellen Datenlage für erwachsene Männer 15mg Zink, für Frauen 12mg, für präpubertäre Kinder 10mg und für Säuglinge 5mg pro Tag. Bei Erkältung und Schnupfen ist unser Bedarf an Zink zusätzlich erhöht.

Studien haben eindeutig ergeben, dass eine erhöhte Zinkzufuhr die Erkältungsdauer signifikant verkürzt.[1] Zink stärkt also nicht nur unser Immunsystem[2], sondern beeinflusst auch die Dauer von Erkältungen und sollte sofort ab den ersten Symptomen eingenommen werden – am besten in Form des natürlichen Zink-Histidin. Es wirkt am besten, wenn schon in den ersten 24 Stunden nach Beginn eines Infekts mit einer Supplementierung von bis zu 25mg begonnen wird.[3]

Doch wie wirkt Zink gegen Schnupfen und Erkältung? Wie dosiert man Zink gegen Schnupfen richtig und in welcher Form soll es eingenommen werden? Diesen Fragen werden wir im Folgenden anhand aktueller Studien und Untersuchungen auf den Grund gehen.

Wie wirkt Zink gegen Schnupfen?

Das Zink als essentielles Spurenelement wichtige Funktionen für reibungslose Abläufe im menschlichen Organismus erfüllt, ist hinlänglich bekannt. Doch wie genau wirkt es in einem akuten Krankheitsfall gegen die speziellen Schnupfenviren? Dazu lässt sich festhalten, dass Zink auf zweifache Weise antiviral wirkt: Zum einen ist Zink essentiell an der Zellbildung beteiligt und verbessert somit auch die Zellbildung der Schleimhäute und deren Struktur. So erschwert Zink indirekt das Anheften und Eindringen von Viren in den Organismus. Zink soll speziell die Anheftung der Viren an ICAM-1-Rezeptoren im Nasenepithel verhindern.[4] In vitro Tests deuten desweiteren darauf hin, dass Zink die Replikation der Rhinoviren unterdrückt.[5]

Infokasten Zink

Schützendes Metall

Was genau ist eigentlich Zink? Zunächst einmal ist Zink ein chemisches Element und gehört als solches zu den sogenannten Übergangsmetallen. Sein Name kommt von ‘Zinke’ bzw. ‘Zinde’ was so viel wie Zahn/Zacke bedeutet und daher rührt, dass Zink in festem Zustand zackenförmig erstarrt. Zink ist ein relativ häufig vorkommendes bläulich-weißes und sprödes Metall, dass uns im Alltag ständig begegnet, da es oft als witterungsbeständige Schutzschicht für andere Metalle eingesetzt wird. Aber was bewirkt Zink in unserem Körper und vor allem: kann Zink auch unseren Organismus so von innen schützen, wie es Eisen und Stahl von außen zu schützen vermag?

Zink – eines der wichtigsten Spurenelemente

Zink gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Das heißt, es ist für unseren Organismus lebenswichtig und kommt in nur geringen Mengen von unter 50mg/kg vor. In unserem Blutkreislauf ist Zink hauptsächlich an Albumin gebunden, ein Protein, das wasserunlöslichen Stoffen Wasserlöslichkeit vermittelt. Der Körper kann Zink nicht selber bilden, es muss von außen über die Nahrung zugeführt werden. Wir benötigen Zink besonders für unseren Stoffwechsel. Es ist Bestandteil vieler Enzyme wie beispielsweise der RNA-Polymerasen, die eine wichtige Rolle beim Aufbau der Erbsubstanz inne haben und erfüllt unterschiedlichste Funktionen. Eine Schlüsselrolle hat Zink auch im Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Zudem ist es am Zellwachstum beteiligt. Auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Darüber hinaus fördert Zink das Immunsystem.[6]

Die Wirkung von Zink auf unser Immunsystem

Es gibt Hinweise darauf, dass Zink durch seine besondere Wirkung auf unser Immunsystem zudem Komplikationen bei Infekten verhindert. Wie genau Zink unser Immunsystem positiv beeinflusst, ist auch trotz zahlreicher Studien noch nicht eindeutig geklärt. Doch gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die unter anderem darauf hindeuten, dass Zink für eine Abschwächung der Immunreaktion bei überschießenden Reaktionen des Immunsystems sorgt.[7] In-vitro-Studien und Experimente an Monozyten von Mäusen ergaben, dass Zink regulierend auf das angeborene Immunsystem einwirkt. In den Monozyten wird zur Bildung einer ersten Abwehrlinie gegen Krankheitserrreger der sogenannte NF-kB-Stoffwechselweg aktiviert, der eine wichtige Rolle bei der Keimabwehr einnimmt. Zugleich kommt es zur vermehrten Bildung eines Zinktransporters, der in der Zellmembran die Zinkaufnahme fördert. Zink ist der negative Regulator, der die Zellaktivität wieder bremst. Es wird vermutet, dass auf diese Weise weitreichende Entzündungen verhindert werden, die dem Organismus auch im Krankheitsfall mehr schaden als nützen würden.[8]

Natürlich kann man diese tierexperimentellen und in vitro Studien nicht einfach auf die Wirkweise von Zink beim Menschen übertragen, doch bietet sie erste Anhaltspunkte für klinische Studien.

Infokasten: Zink Tagesbedarf und Bioverfügbarkeit

Tagesbedarf

Zink ist wichtig für unseren Organismus und unser Immunsystem, doch wie hoch nun tatsächlich unser Tagesbedarf an diesem essentiellen Spurenelement ist, darüber ist sich die Wissenschaft noch immer uneinig. Das liegt zum Teil daran, dass es hierbei viele verschiedene Faktoren zu bedenken gilt, unter anderem, dass ein zu viel an Zink die Aufnahme von Eisen oder Kupfer hemmt und somit zu einem Mangel an anderen wichtigen Spurenelementen führen kann.

Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt aufgrund der aktuellen Datenlage für erwachsene Männer 15mg Zink, für Frauen 12mg, für präpubertäre Kinder 10mg und für Säuglinge 5mg pro Tag.

Zinkaufnahme und Bioverfügbarkeit von Zink 

Die größte Menge an Zink nehmen laut der Nationalen Verzehrsstudie II sowohl Männer als auch Frauen über Brot auf. Wurst- und Fleischwaren, die meist als Hauptlieferanten für Zink gelten, stehen an Platz zwei. In der Studie wird allerdings von Zinkzufuhr gesprochen, was nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Bioverfügbarkeit des zugeführten Zinks ist, also mit dem Ausmaß, in dem Zink tatsächlich vom Organismus verwertet wird. Die Bioverfügbarkeit ist nämlich u.a. abhängig davon, durch welches Lebensmittel Zink aufgenommen wird und in wieweit es in Einklang mit weiteren Spurenelementen ist. Wer beispielsweise viele phytinsäurehaltige Lebensmittel wie Obst oder Vollkornprodukte verzehrt, vermindert damit die Aufnahme von Zink im Darm, da Phytinsäure mit Zink eine unlösliche Verbindung eingeht. Somit kann es zu einem Zinkmangel kommen, obwohl man Lebensmittel verzehrt, die eigentlich ausreichend Zink enthalten. Dies ist besonders für Vegetarier und Veganer ein wichtiger Punkt. Weitere “Gegenspieler” von Zink sind z.B. Kupfer und Calcium. Milchprodukte wie Käse enthalten viel Zink, doch eben auch viel Calcium. Und auch wer viel Kupfer zu sich nimmt, z.B. durch das Trinken von Wasser aus Kupferleitungen, verringert die Zinkaufnahme.[9]

Erhöhter Zinkbedarf bei Schnupfen

Eine regelmäßige und ausreichende Zinkaufnahme ist wichtig für unseren Organismus, da Zink hier viele wichtige Funktionen erfüllt. Und im Falle eines akuten Schnupfens oder einer Erkältung ist unser Zinkbedarf zusätzlich erhöht. Zink hemmt nämlich die Vermehrung bestimmter Erkältungsviren (Rhinoviren), die auch für Schnupfen ursächlich sind. Wichtig ist bei Einnahme von Zink gegen Schnupfen ist auch der Beginn der Supplementierung. Wie weiter oben erwähnt, haben Studien ergeben, dass Zink Dauer und Schwere einer Erkältung am ehesten mindert, wenn es schon in den ersten 24 Stunden nach den ersten Erkältungsanzeichen als Supplement erhöht zugeführt wird. Uneins ist man sich allerdings noch über eine konkrete Dosierung.

Die richtige Dosierung von Zink gegen Schnupfen

Die richtige Dosierung für Zink gegen Schnupfen ist schwer zu ermitteln. Exakte Empfehlungen liegen hier nämlich noch nicht in der Literatur vor. Es gibt aber Richtwerte, an denen man sich orientieren kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt als sichere tägliche Höchstmenge (UL) für Zink eine Dosis von 25mg an. Nach den Ergebnissen der Nationalen Verzehrstudie II aus dem Jahr 2008 wird diese sichere Höchstmenge über die Aufnahme von Zink aus Lebensmitteln nicht überschritten. Durch Nahrungsergänzungsmittel ist eine knappe Überschreitung möglich, doch auch darin sieht die EFSA kein Risiko, da der NOEL (No Observered Adverse Effect Level) – also die höchste Dosis eines Stoffes, die auch bei andauernder Aufnahme keine erkennbaren und messbaren negativen Auswirkungen hat, von ihr bei Zink auf 50mg festgesetzt wurde und damit der doppelten UL entspricht.[10]

In der bereits zitierten Cochrane Studie zeigte sich, dass Zinklutschtabletten beispielsweise am besten in einer Dosierung von 75mg, eingenommen ab den ersten 24 Stunden nach den ersten Anzeichen einer Erkältung wirken, bei dieser Dosierung litten allerdings einige Probanden unter Übelkeit. Andere Mittel wie Zink in Form von Sirup oder anderen Tabletten wirken bereits in geringerer Dosierung.[11] Mittel mit einer guten Bioverfügbarkeit (siehe weiter unten), die geringer dosiert wirken (bis 25mg), sind den voran beschriebenen Werten zufolge vorzuziehen.

Natürliches Zink ist bioverfügbarer – Zinkhistidin

Wichtig für die Wahl eines Zinksupplements gegen Schnupfen und Erkältung ist nicht nur die richtige Dosierung, sondern auch auch die Form des Zinks. Manche Formen können besser vom Organismus resorbiert werden, sind besser bioverfügbar als andere. Grundsätzlich werden organische Zinkverbindungen besser aufgenommen als anorganische. Die Bioverfügbarkeit von Zink steigt in folgender Reihe: Zinkoxid, Zinkorotat, Zinksulfat, Zinkgluconat, Zinkhistidin.[12] Besonders Histidin hat einen positiven Einfluss auf die Resorption.

Zinkverbindungen und ihre Bioverfügbarkeit
ZinkoxidWird aufgrund seiner wundheilenden Eigenschaften in dermatologischen Heilsalben eingesetzt. Hat im Vergleich zu organischen Zinkverbindungen geringe Bioverfügbarkeit.
ZinksulfatZinksulfat hat eine durchschnittliche Bioverfügbarkeit. Sollte aus Resorptionsgründen nicht direkt zu Mahlzeiten eingenommen werden. Kann in hohen Dosen zu Schleimhautproblemen und Übelkeit führen.
Zink-OrotatWird bei vielen Mineralstoffen zur bessern Aufnahme genutzt. Geringe Bioverfügbarkeit.
Zink-AsparatDurchschnittliche Bioverfügbarkeit
ZinkhefeEntsteht durch Vermengung von Hefe mit Zinksalz. Ist damit dem Zinkoxid zuzuordnen.
Zink-GluconatDurchschnittliche Bioverfügbarkeit
Zink-HistidinKomplex aus Zink und der Aminosäure Histidin. Sehr gut bioverfügbar. Histidin ist der natürliche Zinktransportpartner im menschlichen Organismus und wesentlicher Bestandteil der Enzyme, die in unserem Körper für die Aufnahme, den Transport, die Verteilung und die Ausscheidung von Zink verantwortlich sind. Der Zink-Histidin-Komplex schützt zudem das Zink gegen negative Einflüsse durch die Nahrung, wie zum Beispiel vor Phytinsäure.

Supplementierung nur vorübergehend

Im Fall von Schnupfen oder Erkältung sollte man möglichst schnell mit der Einnahme von Zink beginnen, allerdings nur für wenige Tage. Wer ohne spezifischen Grund Zink zu sich nimmt, riskiert zum einen, dass sich der Körper an die Zufuhr gewöhnt und nach Absetzen Defizite entwickelt. Zum anderen kann eine länger als sechs Wochen anhaltende  Zinkzufuhr von über 25mg wie durch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel auf Kosten anderer Spurenelemente gehen und zu Kupfermangel und Störungen der Blutbildung führen.[13] Eine Ausnahme bilden hier Vegetarier und Veganer, die durch eine stark phytinsäurehaltige Ernährung für einen Zinkmangel besonders gefährdet sind und bei niedrigem Zinkspiegel gegebenenfalls auch im Alltag auf Supplemente zurückgreifen sollten.

Am wirkungsvollsten in Kombination

Besonders anhand der zweiten Cochrane Analyse aus dem Jahr 2013 konnte eindeutig gezeigt werden, dass Zink gegen Schnupfen hilft und die Schnupfendauer um einen ganzen Tag verkürzt. Eine noch bessere Wirkung kann man erzielen, wenn man Zink mit weiteren wichtigen Hausmitteln gegen Schnupfen kombiniert und als Ergänzung einnimmt. So sollte man bei den ersten Anzeichen von Schnupfen oder Erkältung die Zinkeinnahme mit der Einnahme von heißem Sencha und mit Mitteln wie Holunderbeerenpulver, Holunderblütentee und natürliches Vitamin C sowie natürliches Selen kombinieren. Auf diese Weise kann man die Schnupfendauer noch deutlich verkürzen und auch die Symptome reduzieren. Alle wichtigen Hausmittel gegen Schnupfen finden sich im Artikel Schnupfen-Hausmittel zusammengefasst.

Zink und Vitamin C

Es gibt zum einen Stoffe, die die Zinkaufnahme hemmen, wie Phytinsäure, Kalzium, Kupfer, Kadmium und auch Tannine, wie sie in Kaffee vorkommen, auf der anderen Seite gibt es sogenannte Co-Faktoren für die Zinkaufnahme. Die gleichzeitige Aufnahme von Eiweißen wie Histidin oder Zitronensäure erhöht die Zinkresorption. Der wohl bedeutendste Co-Faktor von Zink ist Vitamin C. Die gesundheitsschützende Stoffwechselwirkung von Zink wird durch Vitamin C ergänzt und erhöht. So zahlt sich die Kombination von natürlichem Zink und natürlichem Vitamin C bei Erkältung zweifach günstig aus: Vitamin C erhöht die Bioverfügbarkeit von Zink und wirkt sich seinerseits zusätzlich positiv auf den Erkältungsverlauf aus.[14] Wichtig ist es hierbei zu beachten, auf natürliches Vitamin C zurückzugreifen, wie es in Camu Camu, Acerola Kirsche, Amla, Sanddorn und Hagebutte vermehrt vorkommt. Dieses hat eine bessere Bioverfügbarkeit als synthetisch hergestelltes Vitamin C. Dabei sind Pulver von guter Qualität den industriell gefertigten Säften in jedem Fall vorzuziehen. Studien haben gezeigt, dass bestimmte Vitamine und Nährstoffe in flüssiger Form sehr schnell denaturieren. Künstliches Vitamin C (Ascorbinsäure) kann der Gesundheit sogar abträglich sein.

Auswertung der Cochrane Collaboration von Studien zu Zink gegen Erkältung

In Kritik geraten ist Zink als Mittel der Wahl bei Erkältung aufgrund der Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2011. Das internationale Netzwerk von Forschern und Ärzten wertete 15 Studien mit insgesamt 1360 Probanden unter der Leitung der Kinderärztin Meenu Singh aus. Es stellte sich heraus, dass Zink die Dauer von Schnupfen signifikant verkürzt, doch wurde später kritisiert, dass in die Übersichtsarbeit zwei Studien einflossen, die von einer Stiftung finanziert wurden, deren Vorstand ein bekannter Hersteller von Zinktabletten ist. Auch wenn sich bei späterem Nachrechnen herausstellte, dass auch ohne diese beiden Studien ein statistisch signifikanter positiver Effekt bleibt, war die Wirkung von Zink in den Medien erst einmal in Verruf geraten.

2013 kam allerdings eine zweite Übersichtsstudie zum Thema Zink gegen Schnupfen von der Cochrane Collaboration heraus, die ähnliche Ergebnisse lieferte wie die erste.

Erkältung mit Zink um einen Tag verkürzt

Die zweite Übersicht der Cochrane Collaboration basiert auf 16 randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudien mit insgesamt 1387 abgesehen von der Erkältung gesunden Probanden, die einer mindestens fünftägigen Therapie unterzogen wurden. In zwei Studien ging es um eine mindestens fünfmonatige präventive Anwendung. Verabreicht wurde Zink in Form von Sirup, Lutschtabletten und anderen Tabletten. Es stellte sich heraus, dass bei Patienten, die innerhalb der ersten 24 nach Feststellung der ersten Symptome Zink zu sich nahmen, die Dauer der Erkältung um einen Tag verkürzt war. Lutschtabletten waren hierbei allerdings ab einer Dosierung von 75mg wirksam. Der Schweregrad wurde nicht beeinflusst. Bei den prophylaktischen Studien stellte sich heraus, dass Kinder, die Zink nehmen, seltener in der Schule fehlen und weniger Antibiotika benötigen.[15]

Zink Lebensmittel Tabelle

Lebensmitteltabelle Zink*

(Zu beachten: Angaben zum Zinkgehalt in Speisen können nur sehr grobe Richtwerte zur Nutzbarkeit von Zink im Organismus darstellen, da vom reinen Mineralstoffgehalt keine Rückschlüsse auf dessen Verfügbarkeit zu ziehen sind. So wird Experimenten zufolge aus Fleisch 68% des darin enthaltenen Zinks aufgenommen, aus Weizen lediglich 18%.

LebensmittelMengeZink pro Portion in mg
Austern6 Stück70 – 80
Camembert (30% Fett)50g1,7
Gouda50g1,8
Edamer50g4,2 – 5
Hecht150g1,65
Flusssaal150g1,8
Sprotte150g2,2
Truthahn150g2,7 – 3,6
Ente150g4,1
Kalbs-Kotelett150g3,5
Muskelfleisch (Kalb)150g4,5
Kalbsleber100g8,4
Lende (Rind)150g3,8
Muskel (Rind)150g6,3
Filet (Rind)150g8,6
Kotelett (Schwein)150g2,9
Muskel (Schwein)150g2,9
Keule (Schwein)150g3,9
Herz (Schwein)100g3,9
Leber (Schwein)100g5,9
Weizen60g2,5
Haferflocken60g2,6
Weizenkeime60g7,2
Roggenbrot100g0,9
Bohnen, weiß100g2,8
Erbsen, gelb100g3,8
Linsen100g4,0
Pastinake200g1,7
Rosenkohl200g1,7
Brokkoli200g1,9
*Tabelle nach Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Fazit

Zink ist ein für den Menschen lebenswichtiges Spurenelement, das unter anderem wichtige Funktionen unseres Immunsystems reguliert. Eine ausreichende Zinkversorgung ist somit essentiell. Diese kann im Alltag gut über die Ernährung abgedeckt werden, wenn man auf qualitativ hochwertige Lebensmittel mit hohem Zinkgehalt achtet. Ein wirklicher Zinkmangel kommt in unseren Regionen selten vor. Risikogruppen für Zinkmangel sind vor allem Veganer, Vegetarier und ältere Menschen.

Doch auch wer zur Stärkung des Immunsystems auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Spurenelementen achtet, ist vor einem Schnupfen nicht gefeit. Im Falle von Schnupfen und Erkältung kann der Zinkbedarf erhöht und eine Supplementierung angebracht sein. Eine erhöhte Zinkzufuhr – bis 25mg –  die schon in den ersten 24 nach Auftreten der ersten Erkältungssymptome begonnen wird, senkt die Dauer der Erkältung um durchschnittlich einen Tag.

Empfehlung: Zur grundsätzlichen Stärkung des Immunsystems auf ausreichende natürliche Zinkzufuhr im Alltag achten. Im Falle eines akuten Schnupfens in den ersten 24h nach dem Auftreten der ersten Symptome eine erhöhte Zinkzufuhr von bis zu 25mg täglich als Ergänzung zu weiteren Schnupfenmitteln wie heißem Sencha, Holunderbeerenpulver, Holunderblütentee, natürliches Selen und natürliches Vitamin C zu sich nehmen, um die Erkältungsdauer zu verkürzen, das Immunsystem zu stärken und die Symptome zu mildern.


[1] Vgl. hierzu v.a. die Überblicksstudie der Cochrane Colloboration: Singh M. Das RR. Zinc for the common cold (Review). The Cochrane Library 2013;6.

[2] Vgl. hierzu z.B. Evelyn S. Chan et al. “Zinc supplementation for preventing mortality, morbiditiy, and growth failure in children aged 6 months to 12 years of age”, The Cochrane Library, Mai2014.

[3] Vgl. Singh M. Das RR. Zinc for the common cold (Review). The Cochrane Library 2013;6.

[4] Vgl. z.B. Al-Nakib W,Higgins PG, Barrow I, Batstone G, Tyrell DAJ. Prophylaxis and treatment of rhinovirus colds with zinc gluconate lozenges. Journal of Antimicrobial Chemotherapy 1987;20:893–901.

[5] Vgl. hierzu z.B. Al-Nakib W,Higgins PG, Barrow I, Batstone G, Tyrell DAJ. Prophylaxis and treatment of rhinovirus colds with zinc gluconate lozenges. Journal of Antimicrobial Chemotherapy 1987;20:893–901. Farr B, Conner E, Betts R, Oleski J, Minnefor A, Gwaltney J. Two randomised controlled trials of zinc gluconate lozenge therapy of experimentally induced rhinovirus colds. Antimicrobial Agents and Chemotherapy 1987;31(8):1183–7.

Godfrey JC, Sloanne BB, Smith D, Turco JH, Mercer N, Godfrey NJ. Zinc gluconate and the common cold: a controlled clinical study. Journal of International Medical Research 1992;20(3):234–46.

Prasad AS, Fitzgerald JT, Bao B, Beck FWJ, Chandrasekar PH. Duration of symptoms and plasma cytokine levels in patients with the common cold treated with zinc acetate. Annals of Internal Medicine 2000;133(4):245–52.

Turner RB, Cetnarowski WE. Effect of treatment with zinc gluconate or zinc acetate on experimental and natural colds. Clinical Infectious Diseases 2000;31:1202–8.

Veverka DV, Wilson C, Martinez MA, Wenger R, Tamosuinas A. Use of zinc supplements to reduce upper respiratory infections in United States Air Force Academy Cadets. Complementary Therapies in Clinical Practice 2009;15:91–5.

[6] Vgl. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for zinc. EFSA Panel on Dietic Products, Nutrition and Allergies (NDA). EFSA Journal 2014; 12 (10): 3844: 2.

[7] Bonaventura P, Benedetti G, Albarède F, Miossec P. Zinc and its role in immunity and inflammation. Autoimmunity Reviews. 12/01/2014. Review Article.

[8] Vgl. hierzu z.B.: Liu, Knoell et al. ZIP8 Regulates Host Defense through Zinc-Mediated Inhibition of NF-kB. Cell Reports, 2013. und Overbeck S. Die Regulation der Zinktransporter und ihr Einfluss auf die Intrazelluläre Zinkhomöostase in Leucocyten, 2008.

[9] Vgl. hierzu z.B. Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) (1992) Mineralstoffe und Spurenlemente. Leitfaden für die ärztliche Praxis. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh. Biesalski H. K., Köhrle J., Schümann K. (2002) Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart. und Biesalski H. K., Fürst P., Kasper H. et al. (2004) Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.

[10] Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA; Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals; European Food Safety Authority 2006.

[11] Singh M. Das RR. Zinc for the common cold (Review). The Cochrane Library 2013;6.

[12] Vgl. hierzu z.B. Mittmann U,”Bioverfügbarkeit von Zinkpräparaten”. Zeitschrift: Journal für Pharmakologie und Therapie 2001;10:143-153

Selen und Zink in Prävention. Deutsche Apothekerzeitung. 2005;11:8

http://www.dr-bernhard-peter.de/Apotheke/seite49.htm. (Stand: 02.02.2015)

[13] Vgl. Prof. Dr. med Michael Zimmermann, Hugo Schurgast (Apotheker), Uli P. Burgerstein. Handbuch Nährstoffe. Trias. 12. Auflage. 2012.

[14] Vgl. Biesalski H. K., Köhrle J., Schümann K. (2002) Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart

[15] Vgl. hierzu z.B. Kartasurya MI, Ahmed F, Subagio HW, Rahfiludin MZ, Marks GC. Zinc combined with vitamin A reduces upper respiratory tract infection morbidity in a randomised trial in preschool children in Indonesia. British Journal of Nutrition 2012;108(12):2251–60.

Kurugol Z, Bayram N, Atik T. Effect of zinc sulfate on common cold in children: randomized, double blind study. Pediatrics International 2007;49:842–7.

Vakili R, Vahedian M, Khodaei GH, Mahmoudi M. Effects of zinc supplementation in occurrence and duration of common cold in school aged children during cold season: a double-blind placebo-controlled trial. Iranian Journal of Pediatrics 2009;19(4):376–80.




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