Schnupfen beim Kind

Schnupfen: Kind 

Schnupfen beim Kind

Erkältungen, Allergien aber auch andere Ursachen können Schnupfen bei (Klein-)Kindern auslösen. U.a. Kommen Hausmitteln und Homöopathie zur Behandlung in Frage.

Warum sind Kinder so häufig erkältet?

Icons-Kinder-Warum so häufig erkältetDas Immunsystem ist bei der Geburt noch nicht fertig ausgereift. Es muss erst noch lernen, wie es bestimmte Erreger abwehren kann – dazu gehören auch die über 200 verschiedenen Virentypen, die Erkältungskrankheiten auslösen. Je jünger Kinder sind, umso anfälliger sind sie daher für Erkältungen. Durch jede Erkältung lernt das kindliche Immunsystem dazu und kann sich beim nächsten Kontakt mit demselben Erreger besser wehren. Kleinkinder machen jährlich etwa zwölf, Kinder im Vorschulalter etwa neun und Schulkinder etwa sieben Erkältungen pro Jahr durch. Erkältungen sind die häufigste Ursache für Schnupfen im Kindesalter. Grundsätzlich kommen aber auch bei Kindern alle möglichen Schnupfen-Ursachen in Frage. Darüber hinaus ist das Auftreten von Schnupfen im Rahmen von Kinderkrankheiten möglich – hier stehen aber meistens andere Symptome im Vordergrund.

Schnupfen bei Erkältungen ist in der Regel harmlos aber lästig

Icons-Kinder-Harmlos aber lästig

Ein Erkältungsschnupfen ist bei ansonsten gesunden Kindern fast immer eine harmlose Erkrankung, die innerhalb von einer Woche bis zehn Tagen abheilt. Dennoch können die lästigen Symptome bei einem erkältungsbedingten Schnupfen dazu führen, dass sich erkrankte Kinder schlecht und unwohl fühlen. Auch die Eltern und andere Familienangehörige leiden oft stark mit oder können sich anstecken und selber erkranken.

Chronischer Schnupfen bei Kindern ist meistens allergisch bedingt

Icons-Kinder-Chronischer Schnupfen bei KindernAuch chronische Schnupfenformen kommen bei Kindern vor. Am häufigsten ist dies auf Allergien zurückzuführen (z.B. gegen Ausscheidungen von Hausstaubmilben, Pollen oder Gräser). Aber auch Reizstoffe in der Umgebung (z.B. Reinigungsmittel, Parfums) können einen sogenannten vasomotorischen Schnupfen bei Kindern auslösen.

Welche Symptome treten bei Kindern mit Schnupfen auf?

Icons-Kinder-SymptomeJa nach Ursache können sich bei Kindern leicht unterschiedliche Schnupfen-Symptome zeigen – Naselaufen und/oder -verstopfung gehören aber typischerweise mehr oder weniger dazu. Erkältungsschnupfen kündigt sich meistens durch vermehrtes Niesen, eine laufende und später auch verstopfte Nase an. Oft wird die Gesichtshaut von den Nasenflügeln über Nasenspitze und Oberlippe rot und rau. Das Nasensekret ist in der Regel farblos oder gelb-/grünlich. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass das Nasensekret nicht ablaufen kann und bis in die Nasennebenhöhlen gedrückt wird (Sekretstau). Dadurch kann es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion mit eitrigem Schnupfen und einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kommen. Bei allergischem oder vasomotorischem Schnupfen hat das Nasensekret meistens eine wässrige Konsistenz und häufig sind auch die Augenbindehäute gereizt oder gerötet. Andere, seltenere Schnupfenformen können auch mit Symptomen wie beispielsweise Nasenbluten einhergehen.  Darüber hinaus ist es möglich, dass Schnupfenerkrankungen mit allerlei weiteren Begleitsymptomen einhergehen kann (z.B. Fieber, Husten, Halsschmerzen, Heiserkeit, Wunden an der Nase).

Wie kann man erkälteten Kindern mit Schnupfen helfen?

Icons-Kinder Wie helfenGegen Erkältungsschnupfen aber auch allergischen und andere chronische Schnupfenformen kommen für Kinder zahlreiche Schnupfen-Mittel zur Behandlung in Frage. Dazu gehören Hausmittel, Homöopathie, Naturheilmittel und auch ein paar Medikamente (z.B. salzwasserhaltige Nasensprays) –  zu beachten ist hier generell, dass Mittel, die für Erwachsene geeignet sind nicht unbedingt auch bei Kindern verwendet werden dürfen. Darüber hinaus können allgemeine Maßnahmen wie körperliche Schonung, viel Ruhe und Schlaf oder die Regulierung der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit auf schnupfenverträgliche Werte einen wichtigen Beitrag leisten. Allgemeinmaßnahmen, ausgewählte Hausmittel und Homöopathika sowie salzwasserhaltige Nasensprays eignen sich erfahrungsgemäß besonders bei einfachem Schnupfen im Rahmen von Erkältungen. In Frage kommende Hausmittel sind beispielsweise Tees wie Kamillentee oder ab dem Schulkindalter auch grüner Tee in Maßen (Kleinkinder sollten grünen Tee ganz meiden), sowie Inhalationen beispielsweise mit frischem Kamillentee oder bei älteren Kindern auch ausgewählte ätherische Öle in vorsichtiger Dosierung (Achtung: keine ätherischen Öle bei Kleinkindern verwenden, da so Atemnot ausgelöst werden kann!). Bewährte homöopathische Mittel gegen Schnupfen im Kindesalter sind beispielsweise Allium cepa zur Behandlung von Fließschnupfen mit starkem Niesreiz oder Nux vomica gegen Stockschnupfen mit vor allem nachts stark verstopfter Nase. Daneben kommen bei Kinderschnupfen aber auch viele weitere Homöopathika in Frage, deren Auswahl sich vor allem nach der individuellen Konstitution und den genauen Symptomen der Kinder richtet. Eine schonende Behandlung von Schnupfen ist der Erfahrung nach insbesondere im Kindesalter anzustreben. Vor allem aber bei hartnäckigen Fällen oder falls Komplikationen auftreten können unter kinderärztlicher Betreuung gegebenenfalls auch andere Maßnahmen erforderlich werden (z.B. der Einsatz von Fiebersenkern, Antibiotika oder weitere Untersuchungen wie beispielsweise Bluttests oder Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen). Dasselbe gilt für die aufgrund von Impfungen hierzulande eher seltenen Fälle von Schnupfen im Rahmen von nicht-erkältungsbedingten Infektionskrankheiten (z.B. Diphtherie oder Kinderkrankheiten wie Windpocken). 

Allergischen und vasomotorischen Schnupfen bei Kindern behandeln

Icons-Kinder-Allergie BehandlungLeichte Fälle von allergischem oder vasomotorischem Schnupfen lassen sich gegebenenfalls gut mit Hilfe von Hausmitteln, homöopathischen Präparaten und vor allem auch Allgemeinmaßnahmen behandeln. Die wichtigste Allgemeinmaßnahme besteht darin, das Kind vor dem Kontakt mit dem Schnupfenauslöser zu schützen (z.B. Hausstaub, Pollen, Umweltreizstoffe). Dazu muss dieser erst einmal mit Hilfe des Kinderarztes identifiziert werden – gerade bei vasomotorischem Schnupfen ist das gelegentlich gar nicht so einfach. Um dem Risiko von Komplikationen (z.B. der Entstehung von Asthma) vorzubeugen, kommt die Behandlung von allergischem Schnupfen insbesondere in schwereren Fällen gegebenenfalls ohne den zusätzlichen Einsatz von antiallergischen Medikamenten (z.B. Antihistaminika oder Kortison) nicht aus. Darüber hinaus ist es wichtig sich beim Kinderarzt auch über die Möglichkeit einer spezifischen Immuntherapie zu informieren (ca. ab dem fünften Lebensjahr möglich), da so allergische Symptome abgemildert werden oder unter Umständen auch ganz verschwinden können.

Keine Impfung gegen Schnupfen

Icons-Kinder-Impfung?

Zur Vermeidung der klassischen Kinderkrankheiten oder anderer schwerer Infektionskrankheiten wie Diphtherie und Tetanus gibt es Impfungen. Solche Impfungen schützen lediglich vor Schnupfen, der neben vielen anderen Symptomen auch im Rahmen mancher dieser Erkrankungen auftreten kann, aber nicht vor dem weitaus weiter verbreiteten Erkältungsschnupfen.  Manche Eltern fragen sich dennoch, ob es nicht auch eine Impfung gegen Erkältungen gibt oder ob beispielsweise die Grippeimpfung vor laufenden und verstopften Nasen schützen kann. Das ist allerdings nicht möglich, da sehr viele verschiedene Viren für eine Erkältung verantwortlich sein können und da die Grippe durch eine ganz andere Art von Viren (Influenza-Viren) hervorgerufen wird als Erkältungskrankheiten (die jährliche Grippeimpfung wird darüber hinaus in der Regel im Kindesalter auch nicht empfohlen). Eine Impfung gegen Erkältungsschnupfen wäre in Abwägung von Nutzen und Risiko (bzw. Aufwand) vermutlich auch alles andere als erstrebenswert, da die Erkrankung in der überwiegenden Zahl der Fälle relativ harmlos verläuft, und da das natürliche Durchmachen von Erkältungskrankheiten in normalem Maß auch zur gesunden Entwicklung des kindlichen Immunsystems dazugehört.

Was gibt es speziell bei Kleinkindern zu beachten?

Icons-Kinder-KleinkinderKleinkinder – also Kinder im Alter zwischen dem ersten und dritten Geburtstag – sind verglichen mit älteren Kindern anfälliger für Erkältungsschnupfen. Aber auch Allergien und andere Schnupfenformen können in diesem Alter bereits auftreten. Da Kleinkinder    ihre Beschwerden nicht so deutlich schildern können wie ältere Kinder, sollten Eltern besonderes Augenmerk auf mögliche Begleitsymptome oder das rechtzeitige Erkennen von Komplikationen richten. Aktives Nachfragen kann unter anderem hierbei wichtig sein.

Schnupfen bei Kindern vorbeugen

Icons-Kinder-VorbeugungDie Vorbeugung gegen Erkältungen bestehen vor allem aus hygienischen und immunstärkenden Maßnahmen – vor allem während der kalten Jahreszeit können so gegebenenfalls Erkrankungsfälle vermieden oder abgemildert werden. Dies ist allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt möglich, da das Durchmachen von Erkältungen auch für die gesunde Entwicklung der kindlichen Abwehr wichtig ist.  Um der Entstehung von allergischem Schnupfen vorzubeugen ist es einerseits sinnvoll schädliche Umweltfaktoren zu vermeiden (z.B. Tabakrauch, Staubbelastung). Andererseits kann das Stillen und das frühzeitige Einführen von abwechslungsreicher Beikost vor Allergien schützen.

Tipps für Kindergarten und Schule

Icons-Kinder-Tipps für Kindergarten und SchuleKinder müssen in der Regel nicht wegen jedem kleinen Schnupfen krank gemeldet und von KiTa, Kindergarten oder Schule ferngehalten werden. Erkältungen sind im Kindesalter normal und kein Grund zur übertriebenen Vorsicht oder Ansteckungspanik. Die Wünsche und Regeln der jeweiligen Einrichtung haben aber natürlich immer Vorrang (z.B. falls erkältete Kinder ausdrücklich immer zu Hause bleiben sollen, bis sie wieder ganz gesund sind, sollten sich Eltern natürlich daran halten). Wenn erkältete Kinder öffentliche Einrichtungen besuchen kann es überaus hilfreich sein, wenn Eltern die Kinder altersgerecht über ihre Erkrankung informieren (z.B. kein Teilen von Trinkgefäßen, kein Herumliegenlassen von Taschentüchern, kein wildes Herumtoben zur körperlichen Schonung) – das gilt was die Aufklärung über Infektionswege angeht auch im umgekehrten Fall, um ein gesundes Kind vor Ansteckung durch andere zu schützen. Kinder mit ernsteren Infektionskrankheiten (z.B. Kinderkrankheiten) sollten selbstverständlich auf keinen Fall in Kontakt mit anderen Kindern kommen, um diese nicht anzustecken. Bei Kindern mit Allergien oder anderen chronischen Schnupfenformen sollten die Eltern die jeweilige Einrichtung informieren – vor allem auch darüber ob Medikamente eingenommen werden müssen oder was gegebenenfalls im Notfall zu tun ist.

Wann zum Arzt?

Icons-Kinder-Icons-Kinder-Wann zum ArztBei hartnäckigem Erkältungsschnupfen (Dauer länger als sieben bis zehn Tage) oder wenn Komplikationen und Begleitsymptome wie  beispielsweise Fieber, Nasenbluten, Kopf- oder Ohrenschmerzen, Ausschlag oder Husten auftreten muss in der Regel kinderärztlich untersucht und behandelt werden. Auch bei chronischen Schnupfenformen im Kindesalter (z.B. allergischer Schnupfen) ist eine weitere Abklärung durch den Kinderarzt meistens notwendig, um beispielsweise den Schweregrad der Erkrankung feststellen und die weitere Behandlung sinnvoll planen zu können. Darüber hinaus sollten Eltern bei allgemeiner Besorgnis oder dringenden Fragen über den Zustand ihres Kindes nie zögern umgehend den Arzt aufzusuchen, auch wenn keine besonderen Symptome oder Umstände vorliegen.




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