Schnupfen in der Frühschwangerschaft

Erkältung in der Frühschwangerschaft, Allergie in der Frühschwangerschaft 

Schnupfen in der Frühschwangerschaft

Schnupfen in der Frühschwangerschaft (1.-3. Monat) sollte besonders schonend behandelt werden, da diese Phase sehr kritisch für die kindliche Entwicklung ist.

Gerade erst schwanger geworden und Schnupfen: Welche Ursachen kommen in Frage?

Schnupfen in der Schwangerschaft kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. In der Frühschwangerschaft (1.-3. Schwangerschaftsmonat bzw. 1. Trimester) sind Infektionen mit Schnupfenviren die häufigste Ursache von Schnupfen (Schnupfen bei Erkältung in der Schwangerschaft). Aber auch Allergien oder Reizstoffe sowie ab dem zweiten Monat auch der hormonell bedingte Schwangerschaftsschnupfen kommen als Ursachen für Schnupfen in der Frühschwangerschaft in Frage. Zwar kommen selten auch ernstere Ursachen vor. In den allermeisten Fällen ist Schnupfen in der Frühschwangerschaft aber harmlos und hat keine größeren gesundheitlichen Nachteile für Mutter und Kind.

Warum sollte Schnupfen im ersten Trimester so schonend behandelt werden?

Schwangerschaft gehört für viele Frauen zu den glücklichsten Ereignissen im Leben, geprägt von der Vorfreude auf das neue Baby und schönen Vorbereitungen bis zur Geburt. Schwangerschaft fordert werdenden Müttern aber auch sowohl körperlich als auch seelisch sehr viel ab. Wer gerade erst von der Schwangerschaft erfahren hat, muss sich auf eine Menge Dinge neu einstellen und hat sich nicht selten mit allerlei Unsicherheiten und Ängsten auseinanderzusetzen. Schnupfen in der Frühschwangerschaft kann daher – selbst wenn die Ursachen in der Regel harmlos sind – eine große Belastung darstellen und eine Quelle zusätzlicher Sorgen sein: Schnupfen in der Frühschwangerschaft bringt werdende Eltern oft in Habachtstellung. Vollkommen trügerisch ist dieser Instinkt nicht, denn die Wahl der Behandlungsmittel und -methoden muss gerade bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft enorm sorgfältig erfolgen und sollte unbedingt von einem Gesundheitsexperten (z.B. einem Arzt oder Heilpraktiker) betreut werden, da die ersten drei Schwangerschaftsmonate die empfindlichste Phase in der Entwicklung des ungeborenen Babys darstellen. In dieser Zeit bilden sich beim Baby nämlich so gut wie alle wichtigen Organe und Strukturen – unter anderem: Herz, Lungen, Hände und Füße, Ohrmuscheln, Nase, Lippen, Gehirn, Rückenmark und übriges Nervensystem, Rückenmarkskanal (Neuralrohr), Zunge, Augen mit Augenlidern, Zahnanlagen, Knochen und Knorpel, Leber, Nieren sowie Sexualorgane.

FRUCHTSCHÄDIGENDE NEBENWIRKUNGEN

Bestimmte Medikamente und Giftstoffe sowie auch schädliche Umwelteinflüsse können die entscheidenden Prozesse während der Frühschwangerschaft unter Umständen stören und im schlimmsten Fall zu unwiderruflichen Schäden, Fehlgeburten oder Fehlbildungen führen (oder dazu beitragen). Man spricht dann auch von einer teratogenen oder fruchtschädigenden Wirkung dieser Einflüsse, die oft auch noch in der späteren Schwangerschaft Schäden anrichten können. Bei vielen Giftstoffen und Medikamenten – zu denen allerdings Schnupfen-Mittel nicht in erster Linie gehören – ist die potentiell fruchtschädigende Wirkung bekannt, wie z.B. regelmäßiger Alkoholkonsum oder bestimmte Antibiotika. Antibiotika kommen zur Behandlung von Schnupfen in der Frühschwangerschaft und auch im Allgemeinen bei Schnupfen ohnehin nur in Ausnahmefällen und bei bakterieller Beteiligung zum Einsatz. Manche Schnupfen-Mittel zur innerlichen Verwendung können einen – wenn auch meist nur sehr geringen – Alkoholanteil aufweisen, und sollten daher um auf Nummer sicher zu gehen gerade bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft vermieden und gegebenenfalls durch nicht-alkoholische Mittel ersetzt werden (z.B. homöopathische Globuli statt alkoholische homöopathische Tropfen). Für die überwiegende Zahl der Medikamente, die zur Behandlung von Schnupfen in der Frühschwangerschaft in Frage kommen, sind zwar keine fruchtschädigenden Nebenwirkungen bekannt. Andererseits können solche Nebenwirkungen aber auch oft auch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden. Ist die Sicherheit der Verwendung von Schnupfen-Medikamenten in der Schwangerschaft nicht ausreichend belegt, sollte die Verwendung für Schwangere in der Regel in der Packungsbeilage als nicht empfohlen oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt ausgewiesen sein. Das gilt nicht nur für nicht auszuschließende fruchtschädigende Wirkungen, sondern auch für andere potentiell schwangerschaftsschädigenden Nebenwirkungen.

ANDERE SCHWANGERSCHAFTSSCHÄDIGENDE NEBENWIRKUNGEN

Darüber hinaus stehen manche Medikamente auch im Verdacht die Versorgung des ungeborenen Kindes mit Blut und Nährstoffen stören oder zu vorzeitigen Wehen, Blutungen oder Krämpfen führen zu können. Auch diese Medikamente gelten als schwangerschaftsschädigend und dürfen nicht bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft oder späteren Schwangerschaft verwendet werden. Dazu gehören unter anderem auch bestimmte Schnupfen-Tees (z.B. Weidenrindentee) oder manche ätherische Öle (v.a. durchblutungsfördernde ätherische Öle). Schwangerschaftsverträgliche ätherische Öle in vorsichtiger Dosierung können allerdings ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel in der Regel problemlos verwendet werden und können bei vielen Formen von Schnupfen in der Schwangerschaft sehr wohltuend wirken (z.B. Lavendelöl). 

BITTE KEINE ANGST, WENN EIN “VERBOTENES” MITTEL EINGENOMMEN WURDE

Wer bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft aus Versehen Schnupfen-Mittel oder Medikamente eingenommen hat, die in der Schwangerschaft besser nicht verwendet werden sollten (z.B. weil die Schwangerschaft noch nicht bekannt war), muss sich aber auf keinen Fall allzu große Sorgen machen. Wirklich ernsthafte Schäden sind auch dann immer noch sehr selten oder können erst ab einer relativ hohen Dosierung des Präparates entstehen. Wer sich hier unsicher ist, sollte sich von seinem Arzt oder Heilpraktiker im individuellen Fall beraten lassen.

Schnupfen in der Frühschwangerschaft – Was tun?

Je nach Ursache von Schnupfen in der Frühschwangerschaft können zur Behandlung die meisten Mittel und Hausmittel verwendet werden, die auch bei Schnupfen während der restlichen Schwangerschaftszeit in Frage kommen (Schwanger und Schnupfen – Was hilft?). In jedem Fall gilt es bei der Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft ein paar Sonderregeln zu beachten. Vor allem gilt, dass Schwangere vor der Verwendung auch von rezeptfreien Medikamenten stets einen Gesundheitsprofi konsultieren sollten (z.B. der behandelnde Frauenarzt, ein erfahrener Heilpraktiker, die Hebamme) und eine sehr sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen muss. Das gilt insbesondere bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft, da es sich um die empfindlichste Phase der Schwangerschaft handelt. Als Faustregel gilt: Bei der Behandlung von Schnupfen in der Frühschwangerschaft sollten werdende Mütter vorsichtig mit allem sein, was einen Beipackzettel hat, es sei denn das Mittel wurde ausdrücklich von einem Arzt oder Heilpraktiker empfohlen beziehungsweise verschrieben (z.B. lebenswichtige Medikamente bei allergischem Schnupfen mit gleichzeitigem Asthma) oder die Einnahme beziehungsweise Anwendung wurde vorab mit dem Gesundheitsprofi besprochen. Wo es möglich ist, sollten Medikamente bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft durch schonendere Mittel ersetzt werden. Abschwellende Nasensprays in der Schwangerschaft sollten erfahrungsgemäß beispielsweise ganz vermieden und durch in der Regel sehr gut verträgliche Salzwasser-, Dexpanthenol- oder ausgewählte homöopathische Nasensprays ersetzt werden. Ätherische Öle und auch Schwarzkümmelöl sollten nicht bei Schnupfen in der Frühschwangerschaft, sondern frühestens ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel verwendet werden (und dann nur schwangerschaftsverträgliche ätherische Öle). Dasselbe gilt für bestimmte Medikamente zur Behandlung von allergischem Schnupfen (z.B. Antihistaminika, Cromoglicinsäure), die in der Frühschwangerschaft vermieden werden sollten. Ein paar Medikamente und zum Teil auch Hausmittel dürfen (muss in der Packungsbeilage ausgewiesen sein) oder sollten darüber hinaus gar nicht zur Behandlung von Schnupfen in der Schwangerschaft verwendet werden. 




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