Holunderbeerextrakt gegen Schnupfen

Schwarzer Holunder 

Holunderbeerextrakt gegen Schnupfen

Die in Holunderbeeren enthaltenen Anthocyane machen besonders das Extrakt aus den Beeren in Pulver- oder Flüssigform so wirksam gegen Schnupfenviren.

Zusammenfassung

  1. Holunderbeeren als Heilmittel: Holunderbeeren sind eines der wirksamsten, wenn nicht das wirksamste, Naturheilmittel gegen Schnupfen, Erkältung und Grippe.
  2. Wertvolle Anthocyane: Die besondere Wirkung ergibt sich durch spezielle Flavonoide, die sog. Anthocyane. Sie wirken äußerst effektiv gegen die häufigsten Schnupfen-, Erkältungs- und Grippeviren.
  3. Holunder Anwendung: frische Beeren sind nicht verzehrbar. Für die beste Wirkung sollte man daher einen hochkonzentrierten Extrakt aus den Beeren mit standardisiertem Anthocyangehalt einnehmen.
  4. Holunderextrakt Dosierung: aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit der Anthocyane sollten diese möglichst hoch dosiert und über den Tag verteilt für die Dauer der Erkältung eingenommen werden.
  5. Holunder Kinder: Holunderextrakt gegen Schnupfen ist auch für Kinder geeignet. Allerdings sollte hier die Dosierung angepasst werden.

Holunderbeerenextrakt: das zentrale Naturheilmittel gegen Schnupfen, Erkältung und Grippe

Die aktuelle Studienlage zeigt: Holunder ist das zentrale Mittel gegen Schnupfen, Erkältung und Grippe. Holunderbeeren enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, von denen bei der Bekämpfung von Schnupfen und Erkältung die Anthocyane, eine Untergruppe der Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) die wichtigste Rolle spielen, denn diese blockieren die häufigsten Schnupfenviren und verhindern ihre Vermehrung. Da bei der Verarbeitung von Holunderbeeren, wie beispielsweise zur Herstellung von Saft und auch bei der Lagerung von Holunderprodukten ein Großteil der Anthocyane zerstört wird und Anthocyane darüber hinaus nur eine geringe Bioverfügbarkeit aufweisen, sollte zur gezielten Bekämpfung von Schnupfen, ein Holunderextrakt mit standardisiertem Anthocyangehalt eingenommen werden. Holunderbeerenextrakte können die Krankheitsdauer um durchschnittlich vier Tage verkürzen und Symptome lindern.

Die Einnahme erfolgt am besten ab den ersten Anzeichen von Schnupfen und Erkältung über einen Zeitraum von bis zu einer Woche. Über den Tag verteilt in mehreren Schüben sollten etwa 500mg Anthocyane eingenommen werden.

Bei einer sehr starken Erkältung oder einer echten Grippe (Influenza) sind sogar deutlich höhere Anthocyanmengen von 1000-2000mg zu empfehlen. (Diese Menge würde etwa 100-200g frischen anthocyanreichen Holunderbeeren entsprechen).

Auch für Kinder sind die meisten Holunderextrakte geeignet. Hier sollte man nur darauf achten, die Dosierung entsprechend anzupassen.

Die Wirkung eines Holunderextrakts wird verstärkt, wenn er mit weiteren natürlichen Schnupfenmitteln ergänzt wird. Zink, Selen, Propolis und andere wirksame Mittel sind eine gute Ergänzung zum oder im Holunderbeerenextrakt. Vitamin C sollte dem Holunderextrakt selbst jedoch nicht beigemischt sein, da dies ggf. die Haltbarkeit der Anthocyane gefährdet. Weitere unterstützende Maßnahmen können durch ätherisches Ravintsaraöl, speziellen grünen Tee, Meerwassersnasenspray und Erkältungsbäder erfolgen. Eine Übersicht der besten Erkältungsmittel ist je nach Art der Erkältung und nach Alter und Zielgruppe im Beitrag die besten Hausmittel gegen Schnupfen und Erkältung aufgeführt.

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra)

Es gibt verschiedene Arten von Holunder, von denen im Hinblick auf Erkältung und Grippe der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) interessant ist. Der Holunder gilt von alters her als wichtiges Heilmittel. Früher verwendete man all seine Bestandteile, auch Rinde, Blätter und Wurzeln. Heute kommen hauptsächlich die Holunderblüten und die Holunderbeeren zum Einsatz. Die Beeren können nicht nur zu schmackhafter Marmelade oder Gelee weiterverarbeitet werden, sondern wirken durch ihre vielen wertvollen Inhaltsstoffe, besonders durch die enthaltenen Anthocyane, effektiv gegen Schnupfen und Erkältungskrankheiten und stärken das Immunsystem. Wer gezielt gegen Schnupfen vorgehen möchte, erzielt den besten Effekt mit einem aus den Beeren gewonnenen Holunderextrakt mit hohem standardisiertem Anthocyangehalt.

Warum das so ist, wird im Folgenden näher erläutert. Eine Abgrenzung der Wirkung und des Einsatzes von Holunderbeeren und Holunderblüten, sowie eine Wirkungstabelle der einzelnen Holunderprodukte gegen Schnupfen finden sich im Artikel Holunder gegen Schnupfen.

Wirkung gegen Grippe und Erkältung durch Studien belegt

Studien haben belegt, dass Holunderextrakte ein wirksames Mittel gegen Erkältung und sogar gegen eine echte Grippe sind. So wurde im Rahmen einer Studie bei den Probanden durch die Einnahme eines Holunderextrakts eine Verkürzung der Krankheitsdauer um durchschnittlich vier Tage festgestellt (vgl. 1). In einer  Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen stellte sich heraus, dass ein standardisierter Holunderbeerextrakt das Wachstum klinisch relevanter Influenza A- und B-Viren und das Wachstum von Bakterien, die für die Erkrankung der oberen Atemwege verantwortlich sind, hemmt (vgl. 2). Das im Holunder stark vorhandene Anthocyan Cyanidin-3-Glycosid wirkt sogar speziell gegen die Viren, die einen Schnupfen als Begleitsymptom einer Grippe auslösen können (vgl. 3, S. 1255-1261).

Holunderbeeren – mehr als nur viel Vitamin C

Den meisten Menschen sind die Holunderbeeren aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehalts bekannt. Doch sind die Beeren auch reich an weiteren gesundheitsfördernden Wirkstoffen wie z.B. Vitamin A, verschiedenen Spurenelemente, Eisen, Zink, Flavonoiden wie Quercetine, Rutine und vor allem Anthocyanen, die die besondere Wirkung der Beeren gegen Schnupfen bewirken und diese zum wichtigsten Mittel gegen Schnupfen machen. In diesem Zusammenhang ist ist Vitamin C in den Beeren sogar abträglich, denn es steht im Verdacht, sich besonders im Verarbeitungsprozess zu hochwertigen Holunderbeerprodukten und deren Lagerung negativ auf den Anthocyangehalt auszuwirken. Vitamin C sollte lieber einzeln und hochdosiert ergänzt werden.

Wirkstoffe in 100g frischen Beeren
  • Anthocyane bis zu 1317mg
  • Eiweiß 2,6g
  • Fett 0,5g
  • Kohlenhydrate 9,4g
  • Natrium 1mg
  • Kalium 303mg
  • Kalzium 37mg
  • Phosphor 45mg
  • Eisen 1,6mg
  • Vitamin A 180 μg
  • Vitamin B10,07mg
  • Vitmin B2 0,07mg
  • Niacin 1mg
  • Vitamin B6 0,25mg
  • Vitamin C 27mg

Anthocyane machen den Unterschied

Bei der Wirkung von Holunderbeeren gegen Schnupfen spielen die Flavonoide, allen voran die Anthocyane, die größte Rolle, da diese aktiv die Schnupfenviren bekämpfen. Zum einen hindern sie die Viren an der Vermehrung, zum anderen binden sie sich an die Viren und hindern diese so daran, Wirtszellen zu befallen. (vgl. 3, S. 1255-1261)

Zudem haben Anthocyane stark entzündungshemmende Eigenschaften. Ihnen wird hier eine stärkere Wirkung als Aspirin zugeschrieben. Die entzündungshemmende Wirkung wird auf Inhibition der Bildung von NO im Körper zurückgeführt. Dieses wird bei viralen und bakteriellen Infekten im Überschuss produziert und kann zu Gewebeverletzungen, oxidativem Stress und Krebs führen, es gibt Hinweise darauf, dass die Anthocyane NO-Radikale abfangen. (vgl. 4, S. 11 und 4)

Was genau sind Anthocyane?

Anthocyane (griechisch: anthos = Blüte, kyanos = blau) sind sekundäre Pflanzenstoffen aus der Gruppe der Flavonoide. Ihr Name weist schon darauf hin, dass es sich um Pflanzenfarbstoffe handelt. Sie sind in nahezu allen höheren Pflanzen zu finden. Die Aufgabe der Anthocyane in den Pflanzen ist es, diese vor UV-Strahlung und vor Insekten und Bakterien zu schützen und freie Radikale im Zellsaft zu binden. Anthocyane gehören zu den stärksten Antioxidantien. Von ihrer antioxidativen Wirkung profitiert auch der menschliche Organismus, wenn er diese Pflanzenstoffe zu sich nimmt. Darüber hinaus sind die Anthocyane beim Menschen auch an der Regulierung des Hormonhaushalts, bei Enzymaktivitäten und der Genexpression beteiligt. (vgl. 4, S. 11)  Anthocyane sind kaum toxisch und können in größeren Mengen aufgenommen werden. Allerdings verarbeitet der Körper nur einen geringen Teil der Anthocyane-Mengen in der Nahrung effektiv.

Bioverfügbarkeit von Anthocyanen

Anthocyane sind in relativ hohen Mengen in Lebensmitteln enthalten. Dennoch wurde erst in den letzten Jahren damit begonnen, Studien und Untersuchungen zu ihrer Bioverfügbarkeit durchzuführen, also zu prüfen, wie hoch der Anteil der aufgenommenen Anthocyane ist, der auch tatsächlich im Organismus ankommt und genutzt wird. Aus gesundheitlicher Hinsicht ist die Bioverfügbarkeit eine wichtige Information, denn will man gezielt eine bestimmte Wirkung erreichen, spielt die Bioverfügbarkeit eines Stoffes eine Rolle bei der Wahl der richtigen Dosierung.

Nur geringer Teil der Verzehrmenge genutzt

Die verschiedenen Studien zum Thema Bioverfügbarkeit von Anthocyanen kommen zu dem Ergebnis, dass nur ein sehr geringer Teil dieser sekundären Pflanzenstoffe wirklich im Organismus ankommt und hier genutzt werden kann. In Humanversuchen lag die prozentuale Wiederfindung der aufgenommen Menge an Anthocyanen in Urin und Plasma bei nur 0,004 bis 0,23% und im Tierversuch bei 0,3-1,2% (vgl. 4, S.21). Dies variiert aber je nach Anthocyan relativ deutlich. Für das Cy3glc, das vermehrt im schwarzen Holunder enthalten ist, wurde in einer Studie eine Wiederfindung von 8,5% gefunden (vgl. 4, S. 92).

Anthocyane in Lebensmitteln

Um sich vor direkter Sonneneinstrahlung, Insekten und Bakterien zu schützen, bilden  viele Pflanzen Flavonoide wie die auch der menschlichen Gesundheit zuträglichen Anthocyane aus. Besonders reich an Anthocyanen sind

  • Holunderbeeren (Sambucus nigra) mit etwa 200-1317 mg/100g Cy3glc, Cy3sam, Cy35d-glc
  • Aronia-Beeren mit etwa 200-1000 mg/100g Cy3gal, Cy3glc, Cy3ara
  • Auberginen mit etwa 750mg/100g Del3glc, Cy3rut, Del3rut, Nasurin, Pel3rut
  • schwarze Johannisbeeren mit etwa 130-400 mg/100g Cy3rut, Del3rut, Del3glc, Cy3glc
  • Blau- und Brombeeren mit etwa 50-326 mg/100g Cy3glc (vgl. 4, S. 9 und 8)

Je nach Pflanzenart, Untersorte, UV-Intensität, Reifegrad, Lagerung, Düngung, Bodentyp, Wetter und Pflanzenteil variieren die Mengen der Anthocyane. So schwankt laut einiger Studien der Anthocyane-Gehalt von roten Weintrauben beispielsweise zwischen 6 und 751 mg/100g, der von Süßkirschen zwischen 2 und 450 mg/100g und der von schwarzen Himbeeren zwischen 197 bis 700 mg/100g. (vgl. 4, S. 9) Eine weitere Unsicherheit ist die gewählte Analysemethode im Labor. Hier ergeben sich ebenfalls starke Unterschiede.

Anthocyane im Verarbeitungsprozess

Mögen auch viele Lebensmittel einen hohen Gehalt an Anthocyanen aufweisen: das eine Problem bei der Aufnahme von Anthocyanen aus Lebensmitteln ist ihre geringe Bioverfügbarkeit, das andere Problem ist der Erhalt der Anthocyane im Verarbeitungsprozess. Anthocyane sind wasserlöslich, reagieren aber sehr empfindlich auf Hitze und Licht. Für einen hohen Anthocyangehalt ist eine möglichst schonende Verarbeitung wichtig. Zudem können bestimmte Stoffe oder Zusatzstoffe den Anthocyangehalt beeinflussen. So ist beispielsweise umstritten, ob Vitamin C stabilisiserend oder destabilisiserend auf die Pflanzenfarbstoffe wirkt. So wird in einigen Studien herausgestellt, dass Vitamin C einen negativen Einfluss auf den Anthocyangehalt in Holunderbeeren hat, in anderen Studien stellt sich Vitamin C als stabilisiserender Faktor für den Anthocyangehalt dar (vgl. z.B. 6 und 9, S. 576f).

In Holunderbeeren vorkommende Anthocyane:

  • Cyanidin-3-Sambubioside-5-Glucoside
  • Cyanidin-3,5-Diglucoside
  • Cyanidin-3-Sambubioside
  • Cyanidin-3-Glucoside
  • Cyanidin-3-Rutinoside
  • Pelargonidin-3-Glucoside
  • Pelargonidin-3-Sambubioside

Welches Holunderprodukt hilft am besten gegen Schnupfen?

Einen hohen Anthocyangehalt weisen natürlich die rohen Beeren auf, doch aufgrund ihrer möglichen leicht toxischen Wirkung im Rohzustand sollten Holunderbeeren nicht unverarbeitet gegen Schnupfen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus kann man sich beim Verzehr der Beeren, auch einer besonders anthocyanreichen Sorte, nie sicher sein, in welcher Dosierung man nun die wertvollen Inhaltsstoffe zu sich genommen hat. Der Gehalt der Anthocyane in den Holunderbeeren ist zum einen abhängig von der Unterart des Sambucus nigra und von den genauen Wuchsbedingungen der Holundersträucher oder -bäume. Zudem sind Anthocyane sehr anfällig gegen Licht und Hitze. Bei der Verarbeitung zu beliebten Produkten wie Holunderbeerensaft gehen somit wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Beste Wirksamkeit als Extrakt

Im Falle von Schnupfen und Erkältung sollte demnach ein Pulver bzw. ein Extrakt aus Holunderbeeren mit möglichst hohem standardisiertem Anthocyangehalt genutzt werden. Nur so kann man sicher gehen, eine große Menge Anthocyane zu sich zu nehmen. Von der Nutzung synthetisch hergestellter Produkte ist abzuraten, da diese nicht an die einzigartige Wirkkombination der natürlichen Mittel heranreichen können. Die Funktion der Anthocyane sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil eines Systems mit signifikanten Wechselwirkungen und additiven oder synergetischen Effekten. Im besten Fall enthält das Mittel keine chemischen Konservierungsmittel oder Trägerstoffe und wird aus dem natürlichen Saft der Beeren durch schonendes Ultrafiltrationsverfahren gewonnen.

Schonende Gewinnung durch Ultrafiltration

Ein besonders schonendes Verfahren zur Extraktgewinnung ist die Ultrafiltration. Sie hat folgende Vorteile:

  • das Verfahren ist besonder sanft zu den verarbeiteten Molekülen.
  • es erfordert keine organische Extraktion, welche zu einer Denaturierung von eher labilen Proteinen führen könnte
  • bei der Ultrafiltration wird die ionische und die pH-Umgebung erhalten
  • der natürliche Geschmack der Beeren bleibt erhalten
  • Ultrafiltration kann bei niedrigen Temperaturen durchgeführt werden
  • sehr effiziente Methode: Moleküle können gleichzeitig aufkonzentriert und gereinigt werden.

Anthocyane Dosierung

Empfehlungen für eine genaue Dosierung gibt es aufgrund mangelnder Untersuchungslage zu dem Thema Dosierung von Anthocyanen bei Schnupfen und Erkältung noch nicht. Doch wenn man bedenkt, dass selbst bei einer vorausgesetzten relativ hohen Bioverfügbarkeit von 8,5% bei der Einnahme von 1g Anthocyane nur 85mg wirklich vom Körper aufgenommen und eingesetzt werden können und eine Überdosierung kaum möglich ist, sollte man natürlich darauf achten, möglichst viele gegen Schnupfen wirksame Anthocyane über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

500 Milligramm Minimum

Es gibt auf dem Markt eine Vielzahl von Holunderprodukten mit dem Extrakt der Beeren. Am häufigsten finden sich Pulver zur Zubereitung von Heißgetränken. Diese sind oft noch mit weiteren Zusätzen gegen Erkältungskrankheiten wie Zink oder Vitamin C versetzt. Oftmals werben die Hersteller mit den wertvollen Flavonoiden, die im Holunderextrakt enthalten sind, doch genaue Angaben zum Anthocyangehalt findet man selten. Einige wenige Kapseln, Pulver, Flüssigextrakte und Tabletten geben einen genauen Anthocyangehalt an, der jedoch meist relativ niedrig ist, besonders, wenn man um die geringe Bioverfügbarkeit der Pflanzenfarbstoffe weiß. Empfehlenswert ist ein Produkt, mit dem man auf wenigstens 500mg Anthocyane am Tag kommt, damit man sicher gehen kann, dem geschwächten Organismus wenigstens etwa 40mg Anthocyane zuzuführen. Um eine gleichmäßige Dosierung aufrecht zu erhalten und eine bestmögliche Resorption zu garantieren, sollte man alle ein bis zwei Stunden das Holunderbeerenpulver zu sich nehmen.

Bei starken Erkältungen oder Grippe (Influenza) sollten eher 1000mg-2000mg täglich eingenommen werden.

Das Pulver bzw. der Extrakt sollte aufgrund seiner starken Konzentration nur kurweise verwendet und nach Abklingen des Schnupfens oder der Erkältung wieder abgesetzt werden.

Was ist beim Kauf von Holunderextrakt zu beachten?

Auf dem Markt sind zahlreiche Erkältungsprodukte mit dem Extrakt aus Holunderbeeren erhältlich. Doch nicht jedes ist für den gezielten EInsatz gegen Schnupfen geeignet. Um eine wirklich gute gesundheitliche Wirkung zu erzielen, sollte man ein paar Kriterien beachten, die ein hochwertiges Produkt auszeichenen.

  • Besonders wichtig ist die Menge der Anthocyane im Extrat. Diese Menge sollte ausreichend groß sein, um auf die empfohlenen 500mg Anthocyane täglich über fünf Tage zu kommen. Bei einer echten Grippe oder einer sehr starken Erkältung ist sogar eine Menge von bis zu 1000mg täglich angebracht.
  • Für eine gute Qualität sollten die dem Extrakt zugrunde liegenden Beeren aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und frei von der gesundheitlichen Wirkung abträglichen Bioziden sein.
  • Darüber hinaus sollte der Exttrakt keine Zucker, Süßstoffe oder Süßungsmittel enthalten. Diese schwächen unser Immunsystem.
  • Weitere gegen Schnupfen wirksame Zusatzstoffe wie Zink, Selen oder Propolis im Extrakt sind sehr praktisch, vor allem, wenn sie in einer gegen Schnupfen wirksamen Menge vorhanden sind.
  • Synthetische Zusatzstoffe wie Magnesiumstearate oder Titandioxid sollten dem Extrakt jedoch nicht beigefügt sein. Diese können die Aufnahme der gesundheitliche wertvollen Inhaltsstoffe verhindern und/oder eine negative gesundheitliche Wirkung haben.

Ergänzende Maßnahmen

Vom Kauf eines Holunderbeerpulvers mit künstlichen Zusatzstoffen ist abzuraten. Diese können die positive Wirkung blockieren. Vitamin C kann als Zusatzstoff in Holunderprodukten als umstritten angesehen werden. Doch es gibt durchaus natürliche Mittel, die dem Pulver zugesetzt sein können oder als ergänzende Maßnahmen angewendet werden, um die Wirkung gegen Schnupfen zu verbessern. Zink und Selen oder auch Propolis sind sinnvolle Zusätze zum Holunderbeerpulver. Ergänzende Maßnahmen sind bei aufziehendem Schnupfen der Genuss von speziellem Grüntee und bei aufziehendem oder bereits vorhandenem Schnupfen die Anwendung von ätherischem Ravintsaraöl (Inhalation, Duftlampe, Bad). Auch Holunderblütentee ist eine gute Ergänzung zum Holunderbeerenpulver. Vitamin C kann einzeln und in hoher Konzentration ergänzt werden.

Auch für Kinder geeignet

Holunderextrakt ist auch für Kinder geeignet. Allerdings sollte hier die Dosierung angepasst werden. Bei der Verabreichung eines Holunderbeerextrakts sollte man bei Kleinkindern ab drei Jahren etwa ein Drittel der Normalmenge geben. Bei älteren Kindern ab etwa acht Jahren, kann man die Dosis erhöhen auf etwa die Hälfte der Normalmenge. Ein Vorteil für Kinder neben dem standardisiertem Anthocyangehalt von Holunderbeerenpulver gegenüber anderen Holunderbeerprodukten wie beispielsweise dem Saft ist, dass es gut unter Speisen und in Getränke gerührt werden kann.

Quellen:

  1. Zakay-Rones, Z.; Thom, E.; Wollan, T.; Wadstein, J. Randomized study of the efficacy and safety of oral elderberry extract in the treatment of influenza A and B virus infections. J. Int. Med. Res. 2004 Mar-Apr; 32(2). S. 132-40.
  2. Krawitz, C.; Mraheil, M.A. et al. Inhibitory activity of a standardized elderberry liquid extract against clinically-relevant human respiratory bacterial pathogens and influenza A and B viruses. BMC Complementary and Alternative Medicine, 2011.
  3. Roschek et al. Elderberry flavonoids bind to and prevent H1N1 infection in vitro. Phytochemistry. 2009 Jul. 70(10), S. 1255-61.
  4. Fleschhut, Jens. Untersuchungen zum Metabolismus, zur Bioverfügbarkeit und zur antioxidativen Wirkung von Anthocyanen. Dissertation. Fakultät für Chemie und Biowissenschaften, Universität Karlsruhe, 2004.
  5. Abuja, P., Murkovic, M., & Pfannhauser, W. (1998), Antioxidant and prooxidant activities of elderberry (Sambucus nigra) extract in low-densitx lipoprotein oxidatin. J Agric Food Chem, 46, 4091–4096.
  6. Kaack, K.* und  Austed, T. Interaction of vitamin C and flavonoids in elderberry (Sambucus nigra L.) during juice processing. Plant Foods for Human Nutrition. 52 (3). 1998. S. 187-198. (*author for correspondence)
  7. Rechner, Andreas. Einfluss der Verarbeitungstechnik auf die Polyphenole und antioxidative Kapazität von Apfel- und Beerenobstsäften. Dissertation. Fachbereich 09 Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität Giessen, 2000, S. 27.
  8. Hillebrand, Silke. Analytik von Polyphenolen in Buntsäften im Hinblick auf Saftqualität, Farbe und Antioxidative Aktivität. Cuvillier Verlag Göttingen. 2004.
  9. Shenoy, V.R.. Anthocyanins – Prospective Food Colours. Current Science, 64. 1992.
  10. http://phenol-explorer.eu/reports/39#berries (26.10.2015)


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