Babyschnupfen in verschiedenen Altersphasen

Säuglingsrhinitis 

Babyschnupfen in verschiedenen Altersphasen

Obwohl die Behandlung grundsätzlich ähnlich ist, sollten bei verschnupften Babys im 1., 2.-3., 4.-6., 7.-9. oder 10.-12. Monat Besonderheiten beachtet werden.

Altersbedingte Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Empfehlungen zur Behandlung von Schnupfen und möglichen Komplikationen der Erkrankung ist unabhängig von der Altersphase eines Babys relativ ähnlich – siehe auch Mein Baby hat Schnupfen – Was tun? und Komplikationen von Babyschnupfen. Dennoch gilt grundsätzlich: Je jünger das Baby, umso schonender sollten die therapeutischen Methoden sein und umso größere Vorsicht ist im Umgang mit der Krankheit geboten. Verglichen mit einem Neugeborenen oder jungen Säuglingen machen Babys im zweiten Lebenshalbjahr einen infektiösen Schnupfen meist problemloser durch weil ältere Babys in der Regel:

  • bereits kräftiger und besser genährt sind, so dass mögliche Fütterungsschwierigkeiten während der Erkrankung weniger bedrohlich werden können,
  • ein besser ausgereiftes Immunsystem haben.

Unter anderem aus diesen Gründen sollten Neugeborene (Babys im ersten Lebensmonat bzw. zwischen der 1. und 4. Woche) bei einfachen Schnupfensymptomen immer einem Arzt vorgestellt werden – siehe auch Wann muss ich mit meinem verschnupften Baby zum Arzt? War das Baby eine Frühgeburt, sollte diese Vorsichtsmaßnahme bis zur Vollendung der 4. Lebenswoche ab dem ursprünglich errechneten Geburtstermin gelten. Wenn ein Baby also beispielsweise zwei Wochen zu früh in der 36. Schwangerschaftswoche geboren wurde, sollte bei Schnupfen bis zur 6. Lebenswoche (4+2 Wochen) der Kinderarzt zu Rate gezogen werden. Ältere Säuglinge können dagegen in den meisten Fällen problemlos zu Hause gesund gepflegt werden. Dies gilt vor allem dann, wenn der Säugling bereits den ein oder anderen Schnupfen durchgemacht und die Eltern im Umgang mit der Krankheit Routine haben. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Baby-Lebensphasen bei Schnupfen einige Besonderheiten zu beachten: Entwicklung der Fähigkeiten zur Körper- beziehungsweise Kopfkontrolle, mit zunehmendem Alter größere Möglichkeiten zur Deckung des vergleichsweise erhöhten Flüssigkeitsbedarfs, Hinweise zur Wahrnehmung von Terminen zur Verabreichung der empfohlenen Grundimpfungen.

Neugeborene – 1.-4. Woche  

Viele Neugeborene und junge Säuglinge erkranken nicht an infektionsbedingtem Schnupfen, da sie vor vielen Erregern durch Antikörper der Mutter aus der Zeit der Schwangerschaft geschützt sind – siehe auch Schnupfen beim Baby – Schutz durch Antikörper von der Mutter? Dennoch sind Schnupfensymptome bei neugeborenen Babys keine Seltenheit – insbesondere in der kalten Jahreszeit oder wenn ein Familienmitglied sich erkältet hat. Oft äußern neugeborene Babys ganz ohne Vorliegen einer Infektion in den ersten Lebenswochen ein niesähnliches Geräusch, das mit der Befreiung der oberen Atemwege von geburtsbedingtem Schleim einhergeht. Auch bei infektiösem Babyschnupfen ist Niesen häufig das erste Symptom, das Eltern auffällt – dieses Niesen klingt allerdings anders. Eltern denen ein ungewöhnliches Niesen auffällt, sollten ihr Neugeborenes daher auf weitere Schnupfen- bzw. Erkältungssymptome beobachten. Bei verstopfter oder laufender Nase sollte das Baby frühzeitig einem Arzt vorgestellt werden, um die weitere Therapie zu planen. Schnupfen kann insbesondere bei Neugeborenen, die noch nicht allzu lange an das Milchtrinken aus Brust oder Fläschchen gewöhnt sind, mit Ernährungsschwierigkeiten einhergehen. Eltern sollten daher auch im Falle ausgelassener Mahlzeiten Expertenrat suchen, um ernährungsbedingten Komplikationen entgegenzuwirken. 

Junge Säuglinge – 2.-3. Monat

Ab dem 2. Lebensmonat sind die meisten gesunden Säuglinge in der Lage den Kopf anzuheben, so dass die Kinder über etwas mehr Körperkontrolle im Umgang mit einer laufenden oder verstopften Nase verfügen. Verschnupfte Babys in diesem Alter sollten  im Zweifelsfall frühzeitig einem Arzt vorgestellt werden – vor allem sobald der Verdacht auf zusätzliche Symptome oder Komplikationen besteht. Junge Säuglinge sollten bei Schnupfen reichlich mit Flüssigkeit versorgt sein. Hierzu kommen ausschließlich Muttermilch oder Pre-Nahrung (Milchersatznahrung) in Frage. Eine Besonderheit in dieser Altersgruppe ist außerdem, dass entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts die ersten Grundimpfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie (Krupp, Kehldeckelentzündung), Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenzae Typ b (Hirnhaut- und/oder Kehlkopfentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B und Pneumokokken vorgenommen wird. Es sollte demnach nach Vollendung des 2. und nochmals nach Vollendung des 3. Lebensmonats geimpft werden. Dies ist in naturheilkundlicher Sicht jedoch sehr zu hinterfragen. Bei Vorliegen eines Schnupfens oder eine leichten Erkältung wird in der Naturheilkunde empfohlen, Impftermine des Babys in dieser Lebensphase zumindest zu verschieben, bis das Immunsystem wieder unbelastet ist.

Vollendung des ersten Lebenshalbjahrs – 4.-6. Monat

Zwischen dem 4. Lebensmonat und einem halben Jahr sind ansonsten gesunde Babys in den allermeisten Fällen in der Lage sich bäuchlings liegend mit den Armen abzustoßen (4. Monat) und sich auf eine (5. Monat) oder beide Seiten zu rollen (6. Monat). Die zusätzlichen Bewegungsmöglichkeiten können bei einer verstopften oder laufenden Nase zumindest etwas Erleichterung bringen. Neben Muttermilch und Pre-Nahrung (Milchersatznahrung) kommt ab vollendetem 5. Monat auch etwas Wasser zur Flüssigkeitszufuhr in Frage. Wie im 2. bis 3. Monat gilt in der Hochschulmedizin, dass auch wenn das Baby verschnupft ist, der typischerweise am Ende des 4. Lebensmonats stattfindende dritte Impftermin beim Kinderarzt wahrgenommen werden kann – siehe auch Junge Säuglinge – 2.-3. Monat. Aus naturheilkundlich-/ganzheitlicher Sicht sollte auch ein solcher Termin – wenn überhaupt – jedoch erst durchgeführt werden, wenn das Immunsystem wieder unbelastet ist.

Ältere Säuglinge – 7.-9. Monat

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr schlafen die meisten Säuglinge bis zu 14 Stunden am Tag und sind auch in der Lage Schlaf über mehrere Stunden am Stück beziehungsweise während des Großteils der Nacht durchzuhalten. Guter Schlaf kann bei der Bekämpfung einer Schnupfeninfektion sehr förderlich sein. In dieser Lebensphase lernen Babys außerdem zu sitzen und zu krabbeln und manche Frühstarter beginnen mit oder sogar ohne Festhalten bereits zu laufen. Durch die gewachsenen Möglichkeiten den eigenen Körper in die Senkrechte zu bewegen, können verschnupfte Säuglinge unter Umständen eine verstopfte oder laufende Nase besser ertragen. Dennoch sollten Eltern darauf achten, dass bei einem Schnupfen nur moderate körperliche Aktivität oder Anstrengung stattfindet.

Vor Eintritt in die Kleinkindphase – 10.-12. Monat

Die meisten Babys lernen vor ihrem ersten Geburtstag selbstständig zu Laufen – auch hier sollte wie im Krabbelalter im Falle eines Schnupfens oder einer Erkältung körperliche Überanstrengung vermieden werden. In Maßen kann körperliche Aktivität bei Schnupfen allerdings der Genesung förderlich sein. Ab dem 11. Monat steht nochmal ein größerer Impftermin an. Neben den Impfungen, die im 2., 3. und 4. Monat verabreicht werden – siehe auch Junge Säuglinge – 2.-3. Monat und Vollendung des ersten Lebenshalbjahrs – 4.-6. Monat – wird in der Hochschulmedizin empfohlen zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat zusätzlich auch gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken sowie Meningokokken zu impfen. Auch hier ist ein einfacher Schnupfen laut Schulmedizin in der Regel kein Hinderungsgrund für die Impfungen. Aus naturheilkundlicher Sicht wird aber auch hier zumindest eine Verschiebung empfohlen.




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